Unternehmensgründung – So geht´s zur Existenzgründung

Gründer sitzen vor dem Laptop
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Eine Unternehmensgründung ist eine komplexe Aufgabe, die eine Vielzahl von Überlegungen und Aktivitäten erfordert. Dabei sind von Unternehmensgründung Geschäftsidee bis zur Kundenakquise eine Vielzahl an Vorbereitungen zu treffen, die man am besten strukturiert angeht. 

Die Unternehmensgründung Voraussetzungen umfassen dabei sowohl eine persönliche Eignung als auch viel verschiedene organisatorische und bürokratische Schritte in den verschiedenen Phasen der Unternehmensgründung. 

Deshalb bieten wir hier auf firmenrecht24.at eine umfangreiche Orientierung rund um alle Themen im Zusammenhang mit der Unternehmensgründung. Hierbei ist es nicht entscheidend, ob Sie ein Einzelunternehmen gründen wollen, ein Start-Up gründen oder eine GmbH errichten wollen.  

Dabei beantworten wir viele wichtige Fragen, die sich rund um das Firma gründen stellen, wie z.B.: Wie überprüfe ich meine Unternehmensgründung Geschäftsidee? Welche Unternehmensgründung Rechtsform ist für mich geeignet? Wo finde ich eine Unternehmensgründung Beratung? 

Kann ich eine Unternehmensgründung Förderung beantragen? Bei welchen Themen sollte ich einen Rechtsanwalt für Firmenrecht hinzuziehen?

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgründung: Sind Sie ein Unternehmertyp?

Grundsätzlich sollten bei  jeder Überlegung zu einer Unternehmensgründung zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein, die ein Gründer für sich selbst im Vorwege jeglichen Engagements für sich selbst überprüfen muss. 

Dabei handelt es sich einerseits um die persönlichen Motive für die Unternehmensgründung und andererseits um persönliche Eigenschaften oder Einstellungen, die man für eine Unternehmensgründung mitbringen muss.

Die Motive für die Unternehmensgründung

  • Es gibt eine gute und erfolgversprechende Geschäftsidee und hohe Ziele. Dabei sind dem Gründer ein Unternehmenswachstum und auch ein gutes Einkommen sehr wichtig.
  • Es ist eine echte Begeisterung für den Inhalt der Aufgabe vorhanden. Deshalb macht die Unternehmensgründung auch dann Sinn, wenn sie theoretisch nur ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • Eine Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber und der Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten, sind ein starkes Motiv für die Unternehmensgründung.
  • Eine berufliche Selbstständigkeit lässt sich am besten mit dem privaten oder familiären Engagement vereinbaren.

Aus einer bestehenden Arbeitslosigkeit macht die Unternehmensgründung am meisten Sinn.

Die persönlichen Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung

Auch persönliche Eigenschaften müssen in bestimmter Ausprägung gegeben sein, damit eine Unternehmensgründung ein Erfolg werden kann. Hierzu gehören insbesondere:

  • Eine hohe Leistungs- und Einsatzbereitschaft
  • Eine generell selbstständige und selbstmotivierende Arbeitsweise
  • Ein gutes Durchhaltevermögen und eine ausgeprägte Frustrationstoleranz
  • Eine konstruktive Denkweise und Entscheidungsfähigkeit
  • Bereits solide Fachkenntnisse in Bezug auf die Branche und den Unternehmenszweck
  • Ein kaufmännisches Wissen (das erweitert werden kann)
  • Ein gewisses Vertriebstalent
  • Eine Begabung zur Führung (Mitarbeiter)

Unternehmensgründung: Geschäftsidee und Geschäftsmodell

Die Basis jeder erfolgreichen Unternehmensgründung ist eine gute Unternehmensgründung Geschäftsidee. Dabei muss die Idee nicht unbedingt eine absolute Neuheit sein. Viele erfolgreiche Unternehmensgründungen haben als Start Up mit Ihren Geschäftsideen einfach bereits vorhandene Konzepte weiterentwickelt oder damit neue Märkte erobert.  

Für den Fall, dass man also keine wirklich innovative neue Geschäftsidee hat, kann man sich durchaus von bestehenden Geschäftsmodellen inspirieren lassen. Dabei kann man dann überlegen, wie man diese verändern oder anpassen kann, um daraus eine eigene Geschäftsidee und ein als  Geschäftskonzept zu entwickeln. Grundsätzlich muss man dafür jedoch am Puls der Zeit sein und das wirtschaftliche Umfeld genau sondieren.

Zeitgeist erfassen und starke Trends erkennen

Will man beim Firma gründen selbst eine Geschäftsidee entwickeln, so sollte man nah am Zeitgeist sein und wirtschaftliche Trends genau beobachten. Dabei geht es nicht nur darum, zu sehen, was sich in etablierten Branchen so tut, heutzutage entstehen auch völlig neue Branchen, in denen man ggf. Fuß fassen kann. Deshalb sollte man sowohl online als auch offline in Wirtschafts-, Verbraucher- und Lifestyle- Magazinen regelmäßig stöbern und dabei auch Medien aus dem Ausland berücksichtigen.

Für die Ideenfindung zur Unternehmensgründung eignen sich auch Marktstudien, die es von vielen Marktforschungsinstituten häufig kostenlos im Internet gibt. Ferner bieten auch Veröffentlichungen von Unternehmensberatungen oder Marketingfachzeitschriften oftmals eine interessante Informationsbasis. 

Außerdem bieten Messen und Veranstaltungen Gelegenheit, mit Unternehmern vor Ort zu sprechen und ggf. herauszufinden, was eine Branche bewegt und wo Potentiale liegen könnten für eine Unternehmensgründung.

Ein bestehendes Geschäftsmodell verbessern

Häufig lassen sich gute Geschäftsideen auch Missständen entwickeln, die man im täglichen Leben beobachtet. Dabei schlüpft man selbst in die Rolle des Konsumenten und stellt sich Fragen zu Dienstleistungen oder Produkten, die man vermisst oder die suboptimal gelöst sind. Hierbei sind schon viele gute Geschäftsideen entstanden, die zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung geführt haben.

Gute Geschäftsideen übernehmen

Will man eine eigene Firma gründen, kommt ggf. auch ein Franchising in Frage. Hierbei kann man an einem markterprobtem Konzept partizipieren und darauf eine eigene Unternehmensgründung aufbauen.

Ein Unternehmen kaufen

In vielen Branchen werden auch dringend Unternehmensnachfolger gesucht und viele Unternehmer müssen ihre Unternehmensnachfolge regeln. Hierbei kann man überlegen, ob die Übernahme oder der Unternehmenskauf eine Option wäre  für die Unternehmensgründung. 

Dabei kann auch eine Unternehmensgründung Förderung für Existenzgründer in Frage kommen, die helfen kann, den Kaufpreis für ein Unternehmen zu finanzieren.

„Schlafende“ Patente nutzen

Viele angemeldete Patente wurden bislang noch nicht wirtschaftlich verwertet und sie schlummern sozusagen in der Registrierung des Österreichischen Patentamtes. Dabei kann man sich auch hier beim Patente suchen inspirieren lassen und ggf. gute, marktfähige Patente finden, bei denen man an eine kommerzielle Verwendung denken kann im Rahmen der Unternehmensgründung.

Unternehmensgründung Beratung

In Österreich gibt es ein umfangreiches und auch gefördertes Beratungsangebot für Unternehmensgründungen. Dabei sind besonders der Wirtschaftskammern der Bundesländer zu nennen, die ein vielfältiges Angebot für die Unternehmensgründung Beratung zur Verfügung stellen.  

Hierbei werden besonders auch Beratungsleistungen im Vorfeld der Unternehmensgründung gefördert, wie z. B. die geförderte Unternehmensberatung der Wirtschaftskammer Wien. Darunter fallen z. B. geförderte Beratungsleistungen für:

  • Den Businessplan und die Unternehmensstrategie
  • Beratung im Bereich Marketing und Vertrieb
  • Unterstützung zu Budgetierung und Finanzplanung
  • Hilfe bei der Restrukturierung oder Sanierung
  • Beratung im Bereich Innovation und Technologie
  • Knowhow im Bereich Ökologie und Umweltschutz

 

Weiterführender Link zum Gründerservice

Unternehmensgründung Name – Schutzrechte prüfen und Domains sichern

Bei einer Unternehmensgründung macht man sich schnell Gedanken über den Unternehmensnamen oder evtl.  auch schon Produktnamen. Bevor man einen Firmennamen schützen lassen kann, eine Wortmarke schützen lassen kann oder ein Logo schützen lassen kann muss man prüfen, ob dies im individuellen Fall möglich ist. 

Hierbei gilt es überlegt vorzugehen, denn schnell kann man mit den eigenen Wortschöpfungen Schutzrechte anderer verletzen und deshalb müssen Ideen hierzu rechtlich überprüft werden. Dabei kennt man in Österreich folgende Schutzrechte:

  • Patente, die als technische und  gewerblich verwendbare Erfindung geschützt werden.
  • Gebrauchsmuster, das inhaltlich wie Patent als Erfindung geschützt ist, jedoch nicht den gleichen Erfindungsrang erreicht.  
  • Geschmacksmuster, die den Schutz eines Designs abbilden.
  • Marken, die eingetragen werden können als Wörter, Logos, Farben und Farbkombinationen, Buchstaben, Zahlen oder Produktform und dabei immer nur für bestimmte Anwendungsklassen geschützt werden und für ein bestimmtes Anwendungsgebiet.

Um eine Schutzrechtsverletzung zu vermeiden, muss man entweder selbst im Vorfeld umfangreiche Recherchen beim Patentamt Österreich durchführen oder einen erfahrenen Anwalt für Firmenrechtinsbesondere Patentrecht  konsultieren, der die Überprüfung professionell unterstützt. Dabei kann Ihnen auch eine Information auf firmenrecht24.at eine wertvolle Hilfe sein, z. B. zur Markenrecht Schutzdauer, zu den Markenschutz Kosten, zum Urheberrecht oder zur Markenrecherche Österreich.

Für den Fall, dass die Schutzrechtsrecherche positiv verläuft und die angedachten Namen frei sind, sollte man schnellstmöglich auch eine passende Domain für den eigenen Webauftritt reservieren. Dies ist besonders bei der Unternehmensgründung vorrangig, um so eine sinnvolle und passende Repräsentation des Unternehmens im Internet zu ermöglichen.

Unternehmensgründung Businessplan

Ein Unternehmensgründung Businessplan konkretisiert die Umsetzung des Geschäftskonzeptes. Dabei dient er einerseits der eigenen Orientierung zum Geschäftsmodell, andererseits wird er auch benötigt, um Banken, Investoren oder Entscheider über Fördermittel vom eigenen Geschäftskonzept zu überzeugen.

 

Hierbei muss ein Unternehmensgründung Businessplan vor allen Dingen folgende Inhalte haben:

  • Informationen über die Gründerperson oder das Gründerteam,
  • Auswertung von Chancen und Risiken des Geschäftsmodells
  • Markt- und Konkurrenzanalyse
  • Eine angemessene Finanzplanung, die folgende Elemente beinhalten sollte: Eine Ertrags- und Rentabilitätsvorschau
 
A) Eine Ertrags- und Rentabilitätsvorschau
B) Liquiditätsplan
C) Einen Kapitalbedarfsplan und
D) Finanzierungsplan

Ein gutes Gerüst für einen Unternehmensgründung Businessplan kann eine Businessplan- Vorlage aus dem Internet sein, an der man sich orientieren kann.

Unternehmensgründung Rechtsform

Bei einer Unternehmensgründung stellt sich auch die Frage, welche Unternehmensgründung Rechtsform im individuellen Fall die Beste ist. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Dabei hängt die optimale Rechtsform im Einzelfall immer von den Umständen der Unternehmensgründung ab. Hierbei ist z. B. die Geschäftsidee, die persönliche Situation oder die Rahmenbedingen der Unternehmensgründung (Einzel- oder Teamgründung) entscheidend.  

Ob man nun ein Einzelunternehmen gründen will oder eine GmbH hat weitreichende Folgen für z. B. die Haftung, den Kapitaleinsatz und auch die Vertretungsrechte nach der Unternehmensgründung. Deshalb ist hier eine eingehende Beratung für den individuellen Fall sehr empfohlen. 

Hierbei kann man im Rahmen von Gründungsberatungen Hilfe in Anspruch nehmen oder auch einen Rechtsanwalt für Firmenrecht insbesondere Gesellschaftsrecht konsultieren.  Dieser kann sich ganz speziell mit der eigenen Unternehmensgründung  auseinandersetzen und eine Empfehlung zur Rechtsform aussprechen, sowie auch den gesamten Gründungsprozess begleiten.  

Außerdem finden Sie bei firmenrecht24.at eine Reihe von Beiträgen, die Ihnen helfen können, die für die richtige Unternehmensgründung Rechtsform zu finden, wie z. B. GmbH oder AG? GmbH oder Einzel? Einzelunternehmen gründen, Start Up gründen, Unternehmenskauf.

Rechtsformen in Österreich

In Österreich stehen für die Unternehmensgründung Rechtsform folgende Varianten zur Verfügung:

  • Einzelunternehmen (EPU wahlweise mit e.U.)
  • offene Gesellschaft (OG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesbR)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)

 

Dabei bieten sich je nach Gründersituation für eine Unternehmensgründung Rechtsform folgende Modelle an:

 EinzelgründungTeamgründung
EinzelunternehmenX
Offene Gesellschaft (OG)X
Kommanditgesellschaft (KG)X
Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesbR)X
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)XX
Aktiengesellschaft (AG)XX
Quelle: Firmenrecht24

Wichtige Unterschiede der Rechtformen in Österreich

Die einzelnen Unternehmensgründung Rechtsformen weisen jedoch deutliche Unterschiede bezüglich Haftung, Gründungskapital und auch Vertretungsbefugnissen auf. Dazu sollen die wichtigsten Unterschiede im Folgenden dargestellt werden:

Haftung

Alle Einzelunternehmer inklusive der Freiberufler, Kleingewerbetreibenden und Einzelkaufleute, sowie Komplementäre von Kommanditgesellschaften (KG)  und Gesellschafter einer offenen Gesellschaft (OG) haften für Verbindlichkeiten des Unternehmens auch mit ihrem Privatvermögen. Im Gegensatz dazu beschränkt sich die Haftung einer Kapitalgesellschaft  (GmbH und AG) auf das Gesellschaftsvermögen.

Eintrag in das Firmenbuch

Einzelunternehmen sowie die GesbR müssen in der Regel nicht in das Firmenbuch eingetragen werden. In allen anderen Fällen ist die Eintragung verpflichtend.

Gründungskapital

Für die Gründung einer AG müssen mindestens 75.000 Euro vorhanden sein. Eine GmbH braucht 35.000 Euro Stammkapital, wovon zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung 10.000  Euro eingezahlt werden müssen (Gründungsprivilegierung, 10 Jahre Gültigkeit). Bei allen anderen Rechtsformen ist kein Mindestkapital vorgeschrieben.

Geschäftsführungsbefugnis

Bei Einzelunternehmen liegt die Geschäftsführungsbefugnis immer beim Inhaber, jedoch ist sie bei allen anderen Rechtsformen unterschiedlich geregelt.

Gründungsformalitäten

Für Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) sind umfangreichere Gründungsformalitäten, wie z. B. notariell beglaubigte Verträge,  erforderlich als für die anderen Rechtsformen.

Steuern

Die Ertragsbesteuerung erfolgt bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, wie dem Einzelunternehmen, der GesbR, der OG und den Komplementären der KG durch die Einkommensteuer und bei Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) durch die Körperschaftssteuer.

Unternehmensgründung Finanzierung und Förderung

Bei der Unternehmensgründung Finanzierung  steht die Kapitalbeschaffung für die Unternehmensgründung im Fokus. Hierbei gibt es generell zwei Wege, die meistens miteinander kombiniert werden – die Eigenkapitalfinanzierung und die Fremdkapitalfinanzierung.  

Dabei steht die Eigenkapitalfinanzierung für Geld, das ein Gründer persönlich aus seinem Vermögen in die Unternehmensgründung einbringt und die Fremdkapitalfinanzierung für Geld, das durch einen Kredit aufgebracht wurde.

Die Eigenkapitalfinanzierung bei der Unternehmensgründung

Bei der Eigenkapitalfinanzierung bringt sich ein Geldgeber selbst als Mitgründer oder Gesellschafter bei der Unternehmensgründung ein. Dabei berechtigen die erworbenen Unternehmensanteile zu einer Teilhabe am Erfolg und meist auch Entscheidungsbefugnis, jedoch ist das Eigenkapital auch dem Verlustrisiko ausgesetzt.  

Im Falle eines erfolgsträchtigen Start Up können auch Business Angels oder Beteiligungsgesellschaften als Eigenkapitalgeber – und damit Mitgesellschafter –  in Betracht kommen.

Die Fremdfinanzierung bei der Unternehmensgründung

Eine Fremdfinanzierung bei der Unternehmensgründung erfolgt immer über Kredite, die inklusive der Zinsen zurückgezahlt werden müssen. Jedoch ist es häufig nicht einfach, als Existenzgründer einen Bankkredit zu bekommen, da man ja kein regelmäßiges Einkommen bei der Gründung nachweisen kann im Normalfall. 

Deshalb sind für Banken bei einer solchen Kreditgewährung neben einem überzeugenden Geschäftskonzept (Businessplan) auch Sicherheiten für die Entscheidung relevant. Hierbei kann es sich z. B. um Hypotheken auf Immobilienbesitz oder aber auch Bürgschaften handeln.

Fremdfinanzierung ohne Sicherheiten? - Unternehmensgründung Förderung

Eine Fremdfinanzierung einer Unternehmensgründung muss jedoch nicht an fehlenden Sicherheiten scheitern.  Bei der Fremdfinanzierung gibt es auch verschiedene Möglichkeiten der Unternehmensgründung Förderung von öffentlicher Seite.

Dabei werden Wirtschaftsförderungen in Österreich für Unternehmensgründungen entweder vom Bund oder Land vergeben. Hierbei gilt immer der Grundsatz „Bund vor Land“. Deshalb wird eine vom Bund geförderte Unternehmensgründung nicht auch zusätzlich noch vom Land gefördert. Daraus ergibt sich, dass eine Unternehmensgründung also nur von einer Förderstelle gefördert werden kann. Jedoch ist eine Anschlussförderung in manchen Fällen möglich, die dann von anderer Stelle kommen kann.

Eine gute Übersicht über die möglichen Förderarten und auch die entsprechenden Förderstellen findet man z. B. unter:

Unternehmensgründung Voraussetzungen – Genehmigungen und Erlaubnisse

Für eine Unternehmensgründung können je nach Branche und Betätigung verschiedene Genehmigungen erforderlich sein. Dies ist z. B. für Handwerksbetriebe, Gastronomiebetriebe, Taxiunternehmen, Pflegedienste und viele andere Branchen gegeben. Hierbei empfiehlt es sich, bei der Wirtschaftskammer des Bundeslandes die notwendigen Informationen zum eigenen Gewerbe einzuholen.

Unternehmensgründung Checkliste : Gründungsformalitäten

Die Modalitäten der Unternehmensgründung sind unterschiedlich umfangreich, je nachdem, welche Rechtsform gewählt wurde.  Dabei ist z. B. bei der Gründung einer Personengesellschaft (OG, KG) ein Gesellschaftsvertrag nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch ist es durchaus empfehlenswert, einen derartigen Vertrag aufzusetzen.

Hingegen ist ein Gesellschaftsvertrag bei Kapitalgesellschaften zwingend vorgeschrieben und dieser muss auch notariell beurkundet werden. Hier empfiehlt es sich immer, einen Rechtsanwalt für Firmenrecht insbesondere Gesellschaftsrecht, zu konsultieren und einen Gesellschaftsvertrag zu formulieren, der den individuellen Bedürfnissen optimal angepasst ist.

Wird im Rahmen der Unternehmensgründung eine gewerbliche Tätigkeit ausgeführt, so muss auch eine Anmeldung bei der zuständigen Gewerbebehörde erfolgen. Dabei informiert die Gewerbebehörde dann das Finanzamt und die Wirtschaftskammer. Für den Fall, dass bei der Unternehmensgründung auch Personal eingestellt wird, ist auch eine Information an den Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) notwendig.

Unternehmensgründung: Geschäftskonto eröffnen

Bei einer Unternehmensgründung  ist es nur verpflichtend ein eigenes Geschäftskonto für Unternehmen zu führen, wenn es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt (GmbH oder AG). 

Trotzdem ist es auch für Unternehmen anderer Rechtsformen durchaus sinnvoll, ein separates Geschäftskonto zu führen. Dabei erleichtert man sich nicht nur viele Themen bezüglich der Buchführung und der Steuererklärung. Außerdem entspricht es auch  meist den Geschäftsbedingungen der Banken. Dies sollte schon bei der Unternehmensgründung bedacht werden.

Dabei sollte man beim Vergleich verschiedener Bankenangebote alle Kostenfaktoren berücksichtigen. Hierzu zählen neben den Grundgebühren auch die Kosten für die Zahlungen bei Ein- und Ausgängen als auch die Gebühren für Kreditkarten und Girokarten. Hierfür hat jede Bank ein Preis-Leistungsverzeichnis zur Verfügung, das man einsehen sollte. 

Außerdem sollte man beim Leistungsangebot einer Bank auch überprüfen, ob wichtige Funktionen  eingeschlossen  sind. So kann es z. B. bei manchen Unternehmensgründungen wichtig sein, dass regelmäßig Bargeld eingezahlt werden kann (z. B. Gastronomie). 

Dies ist heute nicht bei jeder Bank mehr selbstverständlich möglich. Deshalb macht ein Konditionenvergleich bei der Auswahl einer Bank im Rahmen der Unternehmensgründung durchaus Sinn.

Unternehmensgründung Standortwahl

Die Unternehmensgründung Standortwahl ist für viele Geschäftsmodelle ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dabei gelten natürlich für jedes Geschäftsmodell andere Regeln. Deshalb muss natürlich ein Gastronomiebetrieb wissen, wo er seine Zielgruppe findet oder sich dieser örtlich anpassen. Im Gegensatz dazu ist ein IT- Dienstleister wahrscheinlich örtlich  vollkommen unabhängig.

Außerdem kann die Logistik bei vielen Unternehmensgründungen für Warenanlieferungen eine wichtige Rolle spielen. Dabei haben sich bei Warengeschäften heute viele Stadtrandgebiete und Gewerbegebiete als hervorragende Standorte für Handelsunternehmen etabliert, weil sie eine gute Verkehrsanbindung haben. 

Bei einer kleinen Unternehmensgründung, wenn man ein Start up z. B.  aus eigenen Mitteln auf die Beine stellt,  können auch Gründerzentren eine gute Alternative sein. Hierbei kann man relativ günstig Büros oder Werkstätten anmieten, wenn man ein Start up gründen möchte. Außerdem stehen dort bei Unternehmensgründungen  meist gemeinschaftlich genutzte Konferenzräume inklusive der notwendigen Technik oder auch sanitären Anlagen und Pausenräumen zur Verfügung. 

Meist wird auch ein  Sekretariatsservice für eine Unternehmensgründung angeboten.  Zusätzlich gibt es natürlich auch die in eigener Sache operierenden Co-Working –Spaces, meist noch in den Großstädten. Diese sind immer auch eigene Geschäftsmodelle und können durchaus eine preiswerte Alternative zu einem eigenen Büro darstellen.

Unternehmensgründung: Absicherung für sich und das Unternehmen

In Österreich ist die gesetzliche Sozialversicherung eine Pflichtversicherung, die  auch mit der Erlangung der Gewerbeberechtigung eintritt. Dabei unterliegen selbständig Erwerbstätige der Pflichtversicherung nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG). 

Dies gilt natürlich auch im Falle einer Unternehmensgründung. Dabei sind die Beiträge mit 26,15%  der Beitragsgrundlage (+1,53% Mitarbeitervorsorgebeitrag) deutlich geringer als bei der Angestelltenversicherung (ASVG 39,5% + 1,53% Mitarbeitervorsorgebeitrag).

Krankenversicherung

Nach GSVG Versicherte tragen Sachleistungsberechtigte (Einkommen unter 73.080 € jährlich, Betriebsgründer in den ersten 3 Kalenderjahren) einen Selbstbehalt von 20%, wenn sie ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Allerdings beträgt der Selbstbehalt für eine aktive Gesundheitsvorsorge nur 10%. Für Geldleistungsberechtigte (Einkommen über der Sachleistungsgrenze) liegen die Selbstbehalte meist höher. 

Jedoch können sowohl Sachleistungsberechtigte als auch Geldleistungsberechtigte durch verschiedene Wahlmöglichkeiten ihren Krankenversicherungsschutz ändern. Für eine Spitalbehandlung fallen für beide Berechtigte außer dem Spitalkostenbeitrag keine weiteren Kosten an.

Hinweis:

Ein GSVG Versicherter Unternehmer mit weniger als 25 Angestellten kann bei einer mehr als 42 Tage andauernden Arbeitsunfähigkeit rückwirkend eine Unterstützung geltend machen. Hierbei besteht dann ab dem 4. Krankheitstag ein Anspruch auf täglich 30,53 Euro. Außerdem kann man als GSVG versicherter Unternehmer eine freiwillige Zusatzversicherung auf Krankengeld abschließen bei der Sozialversicherungsanstalt er gewerblichen Wirtschaft.

Unfallversicherung

Im Gegensatz zu den ASVG Versicherten, bei denen die Bemessungsgrundlage von Geldleistungen vom Einkommen des letzten Kalenderjahres abhängig ist, ist die Bemessungsgrundlage der GSVG Versicherung auf einem niedrigen Betrag fixiert. Jedoch ist eine freiwillige Höherversicherung möglich.

Arbeitslosenversicherung

GSVG Versicherte sind nicht arbeitslosenversichert. Sie erhalten nur dann Leistungen von der Arbeitslosenversicherung, wenn sie vor der Selbstständigkeit arbeitslosenversichert waren. Jedoch besteht die Möglichkeit, sich freiwillig gegen das Risiko der Arbeitslosigkeit zu versichern.  

Mutterschaftsleistungen

GSVG Versicherte erhalten ein Wochengeld in Höhe von € 55,04 täglich. Außerdem erhalten sie auch Kinderbetreuungsgeld, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Pensionierung

GSVG Versicherte haben erst ab dem 50. Lebensjahr einen eingeschränkten Berufsschutz. Zuständig ist bei einem Unternehmer jedoch immer der Versicherungsträger, bei dem innerhalb der letzten 15 Jahre die meisten Versicherungszeiten geleistet wurden.

Betriebliche Vorsorge

GSVG Versicherte zahlen  1,53 % der vorläufigen Beitragsgrundlage in der Krankenversicherung als Beitrag zur Selbständigen Vorsorge (maximal von der Höchstbeitragsgrundlage).

Je nach Art des Unternehmens sind  auch weitere Versicherungen sinnvoll oder notwendig bei der Unternehmensgründung. Dabei ist zuallererst die Betriebshaftpflichtversicherung zu nennen, die sich an den konkreten Gefahren orientieren sollte. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Unternehmensgründung: Marketing und Auftritt

Der Außenauftritt bei der Unternehmensgründung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deshalb sollte man in diesem Bereich Fachleute in Anspruch nehmen, wenn man  nicht selbst Experte auf dem Gebiet des Webdesigns, der Logogestaltung oder der  Kreation der Geschäftskorrespondenz in einem Corporate Design ist.

Gerade bei der Unternehmensgründung muss die Gestaltung der Website gut durchdacht sein. Dabei muss sie nicht nur optisch ansprechend gestaltet sein, sondern auch informativ und übersichtlich gegliedert sein. 

Zusätzlich müssen rechtliche Anforderungen erfüllt werden, wie z.B. die Impressumspflicht, die AGB und die Einhaltung der Bestimmungen der DSGVO bei der Erstellung der Datenschutzerklärung.  

Ferner muss die Internetdarstellung des Unternehmens auch technisch professionell und sicher gemacht sei und dabei auch für die mobilen Endgeräte angepasst sein.

Unternehmensgründung: Kundengewinnung

Die Kundengewinnung ist nach der Unternehmensgründung eine der wichtigsten Aufgaben eines Gründers. Erst wenn ein solider Kundenstamm aufgebaut ist, kann man als Unternehmer auch mit regelmäßigen Einnahmen rechnen. Bei der Kundenakquise hat  sich die Beachtung einiger Regeln als sehr erfolgreich erwiesen:

  • Konsequente Zielgruppenorientierung: Bei der Auswahl von Werbemedien und Kommunikationskanälen ist es wichtig, diese entsprechend den Gewohnheiten der Zielgruppe auszuwählen um das Produkt oder die Dienstleistung wirkungsvoll in Szene zu setzen.
  • Werbekampagnen auf mehreren Kanälen: Gerade in frühen Phasen der Kundenakquise bei der Unternehmensgründung empfiehlt es sich,  Werbekampagnen auf mehreren Kanälen parallel zu starten, damit potentielle Kunden das Unternehmen auch wahrnehmen können.
  • Mehrwert deutlich hervorstellen: In der Kommunikation sollte man den Mehrwert der eigenen Produkte oder Leistungen deutlich in den Vordergrund stellen. Dabei kommt es darauf an, potentiellen Kunden zu verdeutlichen, wie das eigene Produkt ein vorhandenes Problem lösen oder besser  lösen kann.Sonderaktionen: Im Rahmen von 
  •  empfiehlt es sich auch,Sonderaktivitäten anzubieten oder kostenlose Leistungen anzubieten.
  • Soziale Netzwerke: Die Reichweite der sozialen Medien kann eine wirkungsvolle Unterstützung in der Kundenakquise und auch der Kundenpflege sein. Dabei kommt es jedoch darauf an, die regelmäßig mit interessantem Content zu füllen, der den Kunden einen Mehrwert anbietet.

Unternehmensgründung: Checkliste

Quelle: https://selbststaendigkeit.de/existenzgruendung/orientierung/wahl-gruendungsart/unternehmensgruendung
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