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Versicherungsvertrag – Darauf sollten Sie bei der Erstellung achten

Paar trifft sich bei der Versicherungsmaklerin
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Als Versicherungsvertrag bezeichnet man einen Vertrag, den Versicherungsnehmer mit einem Versicherer abschließen. 

Dabei sichern sie ein Risiko des Versicherungsnehmers und versicherten Personen ab, gegen die Zahlung einer Versicherungsprämie. Hierbei sind immer die Bedingungen des Versicherungsvertragsgesetzes zu berücksichtigen. 

In diesem Beitrag wollen wir alles Wichtige zum Versicherungsvertrag zusammentragen, was bei der Erstellung zu berücksichtigen ist. Dabei sollen wichtige Fragen zum Versicherungsvertrag beantwortet werden, wie z. B.:  

Wie kommt eine Versicherung zustande? Wer ist mit Versicherungsnehmer gemeint? Was ist ein Versicherungsantrag? 

Worin besteht der Unterschied zwischen Versicherungsnehmer und versicherte Person?

  • Der Versicherungsvertrag regelt die Rechte und Pflichten von Versicherer und Versicherungsnehmer
  • Dabei sind beim Abschluss eines Versicherungsvertrages viele Konditionen zu beachten, die man sowohl vor dem Abschluss, beim Vertragsabschluss und auch während der Versicherungsvertrag Laufzeit berücksichtigen sollte.
  • Wichtige Elemente eines Versicherungsvertrages sind neben dem versicherten Risiko auch die Versicherungssumme und die Versicherungsvertrag Laufzeit
  • Außerdem sollte man vor Abschluss eines Versicherungsvertrages immer Angebote verschiedener Versicherer einholen und über die Leistungskataloge die Konditionen im Detail vergleichen.
  • Ferner müssen bei Änderungen eines Versicherungsvertrages die seit 21.12.2012 bestehenden Unisex-Tarife beachtet werden.
Inhaltsverzeichnis

Das Versicherungsvertragsgesetz und der Versicherungsvertrag

Im Versicherungsvertragsgesetz in Österreich sind alle Regeln und Normen für Versicherungsverträge geregelt. Dabei werden Regelungen zu den Vertragspartnern des Versicherungsvertrages und ihren Rechtsbeziehungen getroffen. 

Ferner ist geregelt, wie ein Versicherungsvertrag aufgelöst werden kann, wobei neben dem Versicherungsvertrag kündigen auch ein Rücktritt oder ein Widerruf in Frage kommen kann.

 

Nach der Versicherungsvertrag Definition ist ein dieser ein Vertrag, der ein Risiko eines Versicherungsnehmers oder auch einer mitversicherten Person absichern soll. 

Dabei muss der Versicherer im Versicherungsfall eine vereinbarte Leistung erbringen. Hierbei erbringt nach der Versicherungsnehmer Definition dieser dabei eine Prämienleistung und erhält dafür einen Versicherungsschutz. 

Deshalb werden über den Versicherungsvertrag nach dem Versicherungsvertragsrecht dann alle Rechte und Pflichten der Vertragsparteien geregelt.

Hierbei wurde das Versicherungsvertragsrecht im Versicherungsvertragsgesetz von 1958 regelt.

Welche verschiedenen Phasen sind bei der Erstellung eines Versicherungsvertrages zu beachten?

Generell gibt es für keine Versicherungssituation einen optimalen Versicherungsvertrag. Deshalb muss man im Vorfeld eines Abschlusses zunächst einmal genau überlegen, was man an Versicherungsschutz eigentlich genau braucht. Dabei sollte man sich dann immer über die Angebote verschiedener Versicherer informieren und sich in Ruhe mit den Versicherungskonditionen beschäftigen. 

Beim Abschluss eines Versicherungsvertrages sind vielfältige Überlegungen zu treffen. Dabei beziehen sich diese besonders auch auf die Phasen vor dem Abschluss des Versicherungsvertrages, beim Vertragsabschluss und während der Versicherungsvertrag Laufzeit. Außerdem gibt es auch bestimmte Dinge zu beachten bei einer Versicherungsvertrag Verlängerung, einer Versicherungsvertrag Änderung und beim Versicherungsvertrag kündigen.

Was ist zu beachten vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrages?

Hat man relevante Angebote für eine gewünschte Versicherung sondiert, muss man im Detail klären, welche Konditionen ein bevorzugter Versicherungsvertrag bietet. Dabei gilt es zunächst einmal, die Konditionen anhand der folgenden Fragestellungen zu bewerten:

Welcher Personenkreis wird versichert?

Hierbei gilt es zu klären, wer beim Versicherungsvertrag Versicherungsnehmer und versicherte Personen sind. Dabei sind eben häufig Familienmitglieder mitversichert oder im unternehmerischen Bereich auch Dienstnehmer.

Was wird genau versichert?

Für den Fall, dass Versicherte einen Schaden aus grober Fahrlässigkeit heraus verursachen, schließt ein Versicherungsvertrag eine Leistung häufig aus. Allerdings führt die Bewertung, ob ein Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde, häufig zu Streitfällen vor Gericht und deshalb haben sich viele Versicherungen entschlossen, auch Grobe Fahrlässigkeit mitzuversichern. 

Wie gestalten sich die zeitlichen und örtlichen Konditionen der Versicherung?

Versicherungen bieten häufig eine lange Versicherungsvertrag Laufzeit an, wie z. B. bei einer Hausratsversicherung 10 Jahre.  Für den Fall, dass man eine kürzere Vertragslaufzeit wünscht, sollte man versuchen, dies mit dem Versicherer zu verhandeln. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Versicherungsvertrag Laufzeit unbedingt im Versicherungsvertrag auch vermerkt wird.

In der Regel beginnt der Versicherungsschutz bei einem Versicherungsvertrag zu dem in der Versicherungspolizze angegebenen Zeitpunkt, wenn der erste Versicherungsbeitrag pünktlich bezahlt wurde. Jedoch existieren bei manchen Versicherungen auch Wartezeiten, die den Beginn des Versicherungsschutzes verzögern (z.B. Zahnzusatzversicherungen)

In welchen Fällen zahlt die Versicherung und wann nicht?

In jedem Versicherungsvertrag ist über die Versicherungsbedingungen festgelegt, wann die Versicherung eine Leistung erbringt und in welchen Fällen eine Leistung ausgeschlossen ist. Deshalb sollte man genau prüfen, welche Risiken wirklich versichert sind und welche Leistungsausschlüsse gelten.

Wie hoch ist die maximale Zahlung im Schadensfall?

Jeder Versicherungsvertrag enthält eine maximale Schadensumme für bestimmte Schadensfälle, die eine Versicherung leistet. Dabei können hier meist unterschiedliche Tarife zu jeweils anderen Versicherungsbeiträgen gewählt werden. Deshalb sollte man im individuellen Einzelfall die persönlichen Risiken einschätzen und danach eine angepasste Schadenshöchstsumme wählen.

Welche Pflichten hat der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss?

Grundsätzlich ist jeder Versicherungsnehmer beim Abschluss eines Versicherungsvertrages dazu verpflichtet, den Antrag und ggf. vorgegebene Gesundheitsfragen bei Lebens-, Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, wahrheitsgemäß und vollständig auszufüllen. 

Für den Fall, dass hier Angaben verschwiegen werden oder nicht vollständig dargestellt werden, kann dies im Schadensfall dazu führen, dass der Versicherer seine Leistung ablehnt oder sogar vom Versicherungsvertrag zurücktritt.

Welche Pflichten hat ein Versicherungsnehmer im Schadensfall?

Damit eine Versicherung eine Schadensregulierung akzeptiert, muss ein Versicherungsnehmer auch im Schadensfall die im Versicherungsvertrag vereinbarten Obliegenheiten einhalten. Dabei wird zumeist verlangt, den Schadensfall unverzüglich bei der Versicherung zu melden und in manchen Fällen auch bei der Polizei anzuzeigen.

Wie hoch ist die Versicherungsprämie?

Versicherungsunternehmen bieten meist ein Portfolio an unterschiedlichen Rabatten an, bei denen man auch verhandeln kann. Außerdem variieren die Prämientarife auch in Abhängigkeit von der Zahlungsweise. 

Für den Fall, dass die Versicherungsprämien nicht jährlich bezahlt werden, können bei z. B. einer monatlichen Zahlung auch Zuschläge fällig werden, meist zwischen 3 und 6 Prozent. Hingegen verzichten die Versicherer oft auf diese Zuschläge, wenn ein Bankeinzug vereinbart wird. 

Außerdem lässt sich die Versicherungsprämie meist reduzieren, wenn in der Versicherungsvertrag Police ein Selbstbehalt vereinbart wird. Dabei trägt der Versicherungsnehmer dann einen Teil des Schadens selbst. Grundsätzlich liegt die Versicherungsprämie umso niedriger, je höher dieser Selbstbehalt gestaltet ist.

Hinweis:

Versicherungsangebote unterschiedlicher Versicherer sind oft im Kern ähnlich, können sich jedoch in den Details sehr unterschiedlich gestalten. Deshalb sollte man vor Abschluss eines Versicherungsvertrages unbedingt mehrere Angebote einholen und Beratung in Anspruch nehmen. Dabei sollte man sich auch unklare Fachbegriffe erklären lassen und nach Leistungsübersichten fragen. Dadurch lässt sich ein Versicherungsvergleich leichter durchführen.

Was muss man beim Abschluss des Versicherungsvertrages beachten?

Beim Abschluss des Versicherungsvertrages müssen sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer einige Dinge beachten und einhalten. Dabei hat ein Versicherungsnehmer im Antrag zunächst einmal korrekte und vollständige Angaben im Versicherungsvertrag zu machen. 

Ferner ist er zu einer fristgerechten Prämienzahlung verpflichtet. Außerdem sollte er die Fristen für einen Rücktritt vom Vertrag beachten und sich über eventuelle Wartezeiten für den Versicherungsschutz im Klaren sein.

Hingegen muss der Versicherer beim Abschluss des Versicherungsvertrages dem Versicherungsnehmer die Versicherungsbedingungen aushändigen und folgende Informationen mitteilen:

  • Vollständige Daten des Versicherungsunternehmens (Name, Anschrift, Rechtsform)
  • Das anwendbare Recht auf den Versicherungsvertrag benennen
  • Die zuständige Beschwerdestelle oder Aufsichtsbehörde mit Namen und Anschrift mitteilen
  • Bedingungen, zu denen der Versicherungsvertrag widerrufen werden kann oder ein Rücktritt vom Vertrag erfolgen kann
  • Die Versicherungsvertrag Laufzeit benennen
  • Die Art der Prämienzahlung und deren Dauer benennen
  • Dabei muss der Versicherer auch dem Versicherungsnehmer direkt nach Abschluss des Antrages eine Kopie auszuhändigen. Hierbei ist der Versicherer 6 Wochen an seinen Antrag gebunden, wenn der Antrag auf einem Formblatt der Versicherung erstellt wurde.
WICHTIG!

Nach Abschluss des Versicherungsvertrages wird der Versicherer dem Versicherungsnehmer die Police zusenden. Dabei sollte man als Versicherungsnehmer unbedingt den Inhalt der Versicherungspolice mit dem Versicherungsantrag vergleichen. Für den Fall, dass der Inhalt der Police vom Antrag abweicht, gilt diese Abweichung als Vereinbarung, sofern man ihr nicht innerhalb eines Monats widerspricht. Jedoch gilt dies nur für den Fall, dass der Versicherer auch deutlich auf diese Änderung im Versicherungsvertrag hingewiesen hat. Deshalb gilt der Inhalt des Versicherungsantrages immer dann, wenn der Versicherer dieser Informationspflicht nicht nachgekommen ist.

Wann ist ein Rücktritt vom Versicherungsvertrag möglich?

Als Versicherungsnehmer kann man von einem geschlossenen Versicherungsvertrag zurücktreten. Dabei gilt nach dem Versicherungsvertragsgesetz ein Rücktrittsrecht innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss, bei Lebensversicherungen innerhalb von 30 Tagen.

Worauf sollte man während der Vertragslaufzeit des Versicherungsvertrages achten?

Als Versicherungsnehmer sollte man während der Versicherungsvertrag Laufzeit im Schadensfall eine schnelle und schriftliche Mitteilung an die Versicherung machen. 

Außerdem sollte man im Falle einer Schadenregulierung des Versicherers eine geforderte Bestätigung, dass mit der Leistung alle weiteren Ansprüche abgegolten sind, nicht sofort unterschreiben. 

Dabei ist es wichtig, sicherzustellen, dass es keine weiteren und noch nicht berücksichtigten Schäden geben kann. Generell muss der Versicherer alle Leistungen, die im Versicherungsvertrag vereinbart wurden, auch ohne eine solche Bestätigung erbringen.
Außerdem sollte ein Versicherungsnehmer immer seine Versicherung informieren, wenn sich Risiken nach Vertragsabschluss erhöht haben. Hierbei kann es sich z. B. um den Beginn einer gefährlichen Sportart handeln im Rahmen einer Unfallversicherung.

Für den Fall, dass sich Zahlungen verzögern, sollte ein Versicherungsnehmer immer unverzüglich Kontakt mit seinem Versicherer aufnehmen.

EXKURS: Unisextarife und Vertragsänderungen

Neue Versicherungsverträge müssen seit dem 21.12.2012 einheitliche Tarife für Männer und Frauen bieten. 

Dabei wurde vom Europäischen Gerichtshof entschieden, dass sowohl unterschiedliche Prämien als auch Leistungen für Männer und Frauen diskriminierend seien. 

Hiervon betroffen sind insb. Kranken-, Pflege-, Unfall- und Lebensversicherungen. Die neuen Unisex-Tarife gelten jedoch nur für Versicherungsverträge, die nach dem 21.12.2012 abgeschlossen wurden. 

Jedoch ist hier besonders Vorsicht geboten, wenn alte Versicherungsverträge geändert werden sollen. Hierbei kann bei einer Vertragsänderung ungewollt ein neuer Unisex-Tarif greifen.
Dabei wird immer darauf abgestellt, ob ein Versicherungsvertrag eine wesentliche Änderung erfährt, wie z. B. das versicherte Risiko, die Versicherungsvertrag Laufzeit oder die Versicherungssumme. 

Hierbei wird ein alter Versicherungsvertrag dann wie ein neuer Vertrag behandelt. Deshalb sollte man sich bei Vertragsänderungen von Altverträgen im Vorfeld eingehend zu möglichen Tarifänderungen durch die neuen Unisex-Tarife erkundigen.

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